In Bayern gibt es derzeit zwei Nationalparks

  • Nationalpark Bayerischer Wald mit 24.222 ha (davon 16.293 ha in der Naturzone) und
  • Nationalpark Berchtesgaden mit 20.808 ha (davon 13.855 ha in der Naturzone - diese sind aber zu einem großen Teil nicht bewaldet, so dass der Waldanteil in der Naturzone nur 6.142 ha beträgt).

 


Nationalparks

Nationalparks wurden geschaffen, damit Zonen entstehen in denen die Natur Natur bleiben darf. Seit der Borkenkäfer die Fichtenwälder in den Nationalparks stark verändert, ein natürlicher Prozess, stellen verschreckte Anwohner und Politik diesen Prozess in Frage. Dabei zeigt die 40-jährige Erfahrung im Nationalpark Bayerischer Wald, dass in den vom Borkenkäfer beeinflussten Fichtenbeständen deutlich schneller neuer Wald wächst, wenn sie dem Lauf der Natur überlassen werden.

Dagegen führt die Borkenkäferbekämpfung durch Kahlschläge zu negativen Umweltbedingungen für die Waldregeneration. Sie sollte deshalb nur außerhalb der Naturzone auf Randzonen des Nationalparks beschränkt werden.

Für die internationale Anerkennung eines Nationalparks müssen 75% der Nationalparkfläche innerhalb von 30 Jahren als Naturzone aus-gewiesen und die natürliche Dynamik geschützt werden.

Lesen Sie hier mehr zu den Anforderungen und Zielen eines Nationalparks

 

Nationalpark unter Druck von Borkenkäfern

NLP Bayerischer Wald Lusen Hochlageninventur
Naturverjüngung im NLP Bayerischer Wald, Lusen, 2010

Im Nationalpark Bayerischer Wald wird dieses Ziel durch die kahlschlagähnliche Borkenkäferbekämpfung im Erweiterungsteil entwertet. Im benachbarten tschechischen Nationalpark Šumava wurde die Naturzone schon vor 16 Jahren von 22% auf 13% reduziert anstatt erweitert. Nun stellt die Politik selbst diese ohnehin viel zu kleine Naturzone wieder in Frage. Der Sturm Meikel im Juli 2011 hat durch großflächige Windwürfe die Diskussion um Borkenkäferbekämpfung „Ja“ oder „Nein“ wieder in Gang gebracht.

 

 

 

 

 

 

Fichten in Nationalparks

Größere Fichtenbestände, die besonders durch den Fichtenborkenkäfer (Buchdrucker) gefährdet sind, gibt es im tschechischen NLP Šumava und im NLP Bayerischer Wald aber auch in anderen deutschen Nationalparks wie dem

  • Nationalpark Harz (knapp 50 % der Fläche noch mit Borkenkäferbekämpfung) ,
  • Nationalpark Berchtesgaden (ca. 30 % noch mit Borkenkäferbekämpfung) und im
  • Nationalpark Eifel.

Da Fichtenbestände nicht nur in Nationalparks sondern auch in sehr vielen Wirtschaftswäldern vorkommen, bestehen auch dort immense Probleme mit Buchdruckern, mit dem Unterschied, dass diese befallenen Bäume im Wirtschaftswald meist sofort entnommen werden und dadurch das Problem nicht so sichtbar ist. Ein Großteil der Fichtennutzung in Deutschland findet aufgrund Borkenkäferbefalls statt. In vielen Gegenden Deutschlands sind Fichtenbestände insbesondere durch den spürbar gewordenen Klimawandel (z.B. Erwärmung, Niederschlagsdefizite) bedroht, bzw. bereits deutlich zurückgegangen. Geschwächte Fichten sind für den Borkenkäfer ein „gefundenes Fressen“! Im Gegensatz zu Wirtschaftswäldern, in denen die Holznutzung oft im Vordergrund steht, sollte allerdings in den Nationalparks die natürliche Dynamik - und somit auch Borkenkäfer - zugelassen werden.

Weiterführende Informationen zum Thema:
"Waldbesitzer fürchten Stürme wie sonst nur den Borkenkäfer oder Feuer. Doch der Wald kehrt nach Windbruch mächtig zurück, wenn man ihn lässt - und das nicht nur stabiler als zuvor, sondern auch billiger als durch Anpflanzungen..." - Auszug aus dem Artikel "Aus dem Chaos wächst ein Baum" (Spektrum.de 12.01.2012)


Naturwaldreservate

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Derzeit gibt es in Bayern 160 Naturwaldreservate mit einer Fläche von 7.316 ha, in welchen keine forstliche Nutzung mehr stattfindet (wie sonst nur in den Nationalparks "Bayerischer Wald und Berchtesgaden"). Die durchschnittliche Größe der Naturwaldreservate beträgt nur 42 ha.

Die Schutzkategorien Landschaftsschutzgebiete (LSG), FFH, Biosphärenreservate (BSR), Naturparke, Bannwald und Naturschutzgebiet (NSG) bedeuten nicht, dass diese Wälder aus der Nutzung genommen worden sind. Ordnungsgemäße Forstwirtschaft ist in diesen Gebieten in den allermeisten Fällen ohne Einschränkung möglich. Deshalb sind nur die Nationalparks und die sehr kleinräumigen Naturwaldreservate für einen wirklichen Waldschutz relevant.

Die Naturwaldreservate machen in Bayern nur 0,28 % der Bayerischen Waldfläche aus. Die Nationalpark-Kernzonen nur 0,75 %(ohne Überlappung mit  NWR-Reiteralpe und nur mit Wald bestockte Naturzone).