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Noch heute wecken die riesigen Bodenschätze und Holzvorräte des östlichen Sibiriens Begehrlichkeiten in aller Welt. Allerdings wurden schon viele Gebiete Ost-Sibiriens abgeholzt. Einige multinationale Konzerne haben langfristige Einschlagsrechte ausgehandelt.

Sibirischer Tiger, Region Primorje im Südosten Russlands Sibirischer Tiger, Region Primorje im Südosten Russlands
Herbstwald in Ost-Sayran Mountains, Sibirien Herbstwald in den borealen Wäldern der sibirischen Tundra

Die Urwälder Sibiriens erstrecken sich von der Republik Sacha im Nordwesten bis zu den Niederungen der Flüsse Amur und Ussuri an der chinesischen Grenze. Dabei wechselt die Landschaft von spärlich mit verkrüppelten Weiden und Birken bewachsener Tundra bis zu reichen Nadel- und Laubwäldern in der südlichen Region. Hier stehen über die Hälfte des weltweiten Nadelwaldes.

Die extremen Lebensbedingungen von minus 71 °C im Norden bis auf über 30 °C im Schatten weiter südlich haben hohe Anforderungen an die in Sibirien beheimateten Pflanzen und Tiere gestellt. Dies führte zur Entwicklung eines artenreichen Lebensgeflechts mit so eindrucksvollen Vertretern wie den sibirischen Tiger, die größte noch existierende Tigerart, die durch die Abholzung vom Aussterben bedroht ist. Von den sibirischen Tigern gibt es noch ca. 400 Exemplare in freier Wildbahn, 800 hingegen in Gefangenschaft. Der Glaube an sensationelle Wirkung von Medizinpräparate führt dazu, dass Wilderer den Großkatzen nachstellen. Pro Tier erhalten sie 20.000 Euro. Ebenfalls kommen dort noch so seltene Tiere, wie der weiße Schneekranich, der Schneeleopard und der Kragenbär vor.

Aber diese Arten können nur gerettet werden, wenn ihr Verbreitungsgebiet zu betreuten Schutzgebieten erklärt wird.

Altai, Sibirien, Russland Altai, Sibirien, Russland
Sibirischer Tiger wird von Wilderern gefangen Sibirischer Tiger wird von Wilderern gefangen

Ebenfalls sind die im Hohen Norden lebenden indigenen Völker in ihrer Lebensweise und Kultur durch die ungeheure Naturzerstörung gefährdet. Ihr noch teilweises überliefertes Weltbild des schamanischen Animismus ist auf eine ausgeprägte Balance in der Natur begründet. Nicht zuletzt durch dieses Weltverständnis stehen sie der Enteignung und Zerstörung ihrer angestammten Heimat fassungslos gegenüber.

Zusätzlicher illegaler Einschlag sowie die Nachfrage von China und Japan nach seltenen Baumarten stellen die größte Gefahr für Russlands südsibirische Schneewälder dar.

 

 

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