Ein gutes neues Jahr .... auch für die Energiewende?
Neujahrskarte für Ministerpräsident Horst Seehofer

München, 2.1.2014Neujahrskarte Seehofer

Greenpeace München überbringt Ministerpräsident Horst Seehofer eine Neujahrskarte mit folgendem Inhalt:

"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die bislang gut laufende Energiewende wird durch viele Einzelheiten des Koalitionsvertrags gebremst, wenn nicht gar blockiert.

Besonders schädlich ist der von Ihnen vorgeschlagene erweiterte Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnhäusern. Damit würde Windenergie in Bayern nahezu unmöglich, obwohl sie einen preisgünstigen und wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Klimaproblemen leisten könnte. Auch bereits laufende Investitionen sind in Gefahr.

Mit der bisherigen Abstandsregelung wäre den Bedenken der Bürger Genüge getan. Viele können sich noch nicht richtig vorstellen, wie sehr der Klimawandel das Leben, ja sogar das Überleben unserer Kinder und Enkel gefährdet. Deshalb erwarten wir von Ihnen, Herr Ministerpräsident, dass Sie die Erneuerbaren Energien fördern, um Klimakatastrophen zu vermeiden.

Lösen Sie sich aus der Umklammerung der Lobby, lassen Sie sich nicht für die Profitinteressen der Großunternehmen missbrauchen und treten Sie stattdessen verantwortungsbewusst für das Wohlergehen der Menschen in der Welt ein !

In diesem Sinne wünscht Ihnen ein gutes Neues Jahr 2014

Greenpeace München."

Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung .                                                                                                                                                               Foto: Fuchs/Greenpeace

 

Atom- und Kohleausstieg: Was dann?

Die wichtigsten Maßnahmen: Änderung der Energieversorgung

Atomausstieg bis 2015, fortlaufender Kohleausstieg bis 2040

Der Umstieg auf 100% erneuerbare Energien ist möglich!










Greenpeace fordert folgende Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen

1. Förderung der dezentralen und hocheffizienten Strom- und Wärmeerzeugung, vermehrter Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung.

2. Konsequenter Ausbau erneuerbarer Energien z.B. Windenergie, Photovoltaik, Beteiligung an Solarkraftwerken, Geothermie.

3. Förderung der Energieeinsparung im Gebäudebereich (z.B. Dämmung).

4. Minderung weiterer Treibhausgase wie Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasserstoff.

5. Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

6. Ausschöpfung der Einsparmöglichkeiten im Verkehr, Förderung öffentlicher Verkehrsmittel, Technologiewechsel zu alternativen Antrieben.

7. Regionaler Einkauf und regionales Wirtschaften.

8. Stopp der Zerstörung der letzten Urwälder.

Weltweite Verwüstung

Auf allen Kontinenten raubt die Wüste den Menschen ihre Lebensgrundlage: Gewaltige Sandstürme ziehen über Peking, im Sahel verdorren die Ernten und verdurstet das Vieh. China, Nordamerika und Spanien kämpfen gegen Wassermangel und den Verlust von Acker- und Weideland. Zunehmende Dürren und die Ausbreitung der Wüsten werden angeheizt durch den Klimawandel, der durch die maßlose Verbrennung fossiler Energieträger verursacht wird. Die Zeit drängt, denn Konflikte um fruchtbare Erde und Wasser sind vorprogrammiert oder bereits im Gange.

Mehr zum Thema können Sie unserer Broschüre (PDF, 1 MB) entnehmen.

Die Ausstellungstafeln können sie hier (PDF, 900KB) sehen.









Was kann jeder Einzelne für eine saubere + sichere Energieversorgung der Zukunft tun?











a) Energie sparen und effizient nutzen

  • Vorteile des Energiesparens: umweltfreundlich, sehr großes Sparpotenzial, spart Geld
  • Primärenergie-Einsparung ist abhg. vom Wirkungsgrad bis zu 3x so hoch wie die gesparte Endenergie
  • Die größte Einsparungsmöglichkeit (ca. 80%!) bieten Raumheizung und Warmwasseraufbereitung. Davon ist die Wärmedämmung mit weitem Abstand die wichtigste Maßnahme.

Energiespartipps

Heizen

  • moderne Heizanlage (Holzpellets, Erdwärme [ohne FCKW!]), hochwertige Wärmeschutzverglasung, optimale Fassadendämmung

  • Solarthermie nutzen: Kollektoren für Heizung, Warmwasser (40-90% sparen)

  • Heizen durch Strom vermeiden (ineffizient + teuer)

  • Zimmertemperatur 18-20°

  • richtig lüften

  • Vollbad und (unnötig) laufendes Wasser vermeiden

Kühlen

  • Winter= Stufe 1, Sommer = Stufe 2
  • regelmäßig abtauen (sofern nötig), Türen nur kurz öffnen

Waschen

  • ohne Vorwaschgang (30% sparen), max. 60°, Trommel voll laden
  • Trockener meiden, öfter mal lüften statt waschen

Kochen

  • Gasherd statt Elektro, Schnellkochtopf (45% sparen)

  • Wasserkocher (45% sparen), nur notwendige Wassermenge

Beleuchten

  • Stromsparlampen

Elektrogeräte

  • VOR dem Kauf eines Elektrogeräts (z.B. Kühlschrank, Plasma-TV) informieren/beraten lassen

  • Energieklasse "A"

  • Gas ist sparsamer als Strom/Elektro (z.B. Herd)

Standby-Geräte

  • Bundesumweltminister Gabriel: "Wenn wir alle unsere Stand-by-Geräte in Deutschland abschalten und nicht einen - wenn auch geringen - Stromverbrauch bei diesen Stand-by-Geräten akzeptieren würden, dann könnten wir zwei Atomkraftwerke abschalten."
  • vollständig ausschalten! (Kabelschalter, schaltbare Steckdose/Steckerleiste)
  • Neugeräte sind wesentlich sparsamer, können sich ggfs. Einstellungen (Uhrzeit) merken
  • sog. Energiemonitor nutzen (ein Meßgerät, kostenlos ausleihen!), um Standby-Ströme zu messen

Verpackungen etc.

  • kurzlebige Aluminiumprodukte (z.B. Folie) vermeiden (hoher Energieverbauch bei
    Gewinnung/Herstellung), korrekt entsorgen

Ziel

  • durch kurzfristiges Investieren langfristig Energie + Kosten sparen

b) Sauberen Strom beziehen

Stromkennzeichnung anschauen

  • Energieträgermix (Zusammensetzung, Herkunft), Umweltbelastung

Stromanbieter wechseln

  • JETZT wechseln: http://www.atomausstieg-selber-machen.de/

  • Anmeldung ist sehr einfach

  • z.B. vorbildlicher Ökostrom von ...
    Greenpeace Energy eG
    EWS Schönau GmbH
    Naturstrom AG

  • WICHTIG (Stromanbieter): Wie steht es mit dem Neubau von regenerativen Anlagen?

  • Strompreise: Ökostrom ist nur etwas teurer, aber die bessere Alternative

  • Vergleich (auf Neubau + Strommix achten), www.stromauskunft.de (mit Ökostromrechner)

c) Verkehr entlasten

  • weniger Autofahren, mehr ÖPNV (Bus, Bahn), Car-Sharing nutzen oder mit dem Fahrrad fahren

  • Flugreisen vermeiden, falls möglich (z.B. keine Inlandsflüge), weniger Fernreisen

  • Regionales kaufen (spart unnötige Transporte)

  • sparsame Autos kaufen, Geld sparen :-)

  • bei Dieselfahrzeugen auf Rußfilter achten

  • vernünftige Fahrweise

  • Pflanzenöl: beste Wahl, allerdings Umrüstung des Motors nötig, z.B.: http://www.mobilohnefossil.org

  • mittelfristige Alternativen: Hybrid-Autos, z.B. Erdgas-Benzin, Benzin-Elektro, Elektro-Diesel

d) informieren

  • Informieren Sie sich auf den Seiten von Greenpeace (s. auch Linktipps) und geben Sie Ihr Wissen an Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen weiter!

Weltweiter Gletscherschwund

Nicht nur im Himalaja, in den peruanischen Anden oder in den Alpen: Überall auf der Welt melden Glaziologen den Rückgang des ewigen Eises. Das renommierte Worldwatch Institute prognostiziert, dass bis zum Jahr 2050 die Gletscher weltweit etwa 25 % ihrer derzeitigen Masse verlieren werden.

Überschwemmungen verbunden mit Erdrutschen sind die direkten Folgen. Langfristig droht Wasserknappheit, denn drei Viertel aller Süßwasserreserven sind im Gletschereis gespeichert. Diese riesigen Mengen Schmelzwasser werden den Meeresspiegel massiv ansteigen lassen.

In den letzten 30 Jahren sind auf der Qinghai–Hochebene in Tibet 17 % der Gletscherfläche verschwunden. Die Erderwärmung könnte in der Ursprungsregion des Gelben Flusses (Huang He) in den nächsten Dekaden dazu führen, dass die Hälfte des ihn speisenden Wassers versiegt.

Die Pegelstände der Seen Eling und Zhaling, in denen der Gelbe Fluss entspringt, sind in den letzten 50 Jahren um bis zu vier Meter gesunken – auf ein Rekordtief. Rund 3.000 kleinere Seen trockneten aus, sodass ca. 3.000 Menschen ohne Wasser sind. Auch die Permafrostböden halten der globalen Erwärmung nicht mehr stand. Das Abtauen der Böden hat zur Folge, dass langfristig der Boden austrocknet und die Wüstenbildung voranschreitet. In den letzten 15 Jahren sind 34,4 Prozent der Landfl äche in der Ursprungsregion des Gelben Flusses unbrauchbar geworden.

Hier ein Link zum Gletscherarchiv: www.gletscherarchiv.de