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Der Samauma dient zur Sperrholz-Produktion. Er wird hier der König des Waldes genannt, weil er der größte der Region ist. Den Indianern ist er heilig. Als Sperrholz ist er nur billig. Die Tiefland-Regenwälder Sarawaks sind bereits so gut wie verschwunden. Und wie die Vielfalt der Natur verschwindet jene der Menschen.

Penan Indigene, Südostasien

Artenvielfalt & Bewunderung

 

Die Regenwälder Südostasiens erstreckten sich einst vom asiatischen Festland über Malaysia, Indonesien und Neu-Guinea bis zur Nordküste Australiens. Sie beherbergen mehr als 500 Säugetierarten und 1.600 Vogelarten. Besonders berühmte Tierarten sind der Komodo-Waran, das Sumatra-Nashorn, der Orang Utan und der Paradiesvogel.

Mount Kinabalu, Borneo Mount Kinabalu (4100 m), Borneo
Paradiesvögel, Indonesien Paradiesvögel, Indonesien
Orang-Utan Auswilderungsprojekt, Borneo Orang-Utan Auswilderungsprojekt, Borneo
 











Eine der Besonderheiten des Regenwalds in Südostasien sind die Torfsumpfwälder. Die Wälder stehen auf bis zu 10m starken Torfschichten, die im Laufe von mehreren Jahrtausenden im Tiefland Borneos und Sumatras gewachsen sind.

 

 

 
Einheimischer Jäger mit Schwein, Papua, Indonesien Einheimischer Jäger mit Schwein, Papua, Indonesien

Lebensraum indigener Völker

Darüber hinaus sind die Regenwälder Südostasiens die Heimat zahlreicher Waldvölker wie der Dayak im indonesischen Teil oder der Penan im malayischen Teil Borneos. Sie sind auf den Urwald angewiesen und haben aufgrund ihrer langen Erfahrung einen schonenden Umgang mit ihm entwickelt. Für sie ist der Urwald Wohnzimmer, Küche und Apotheke zugleich. Er liefert ihnen Nahrung, Wasser, Unterschlupf, Materialien für den Bau von Werkzeug und Behausungen. So benutzen die Waimiri Atroari 32 verschiedene Pflanzenarten allein zur Herstellung ihrer Jagdausrüstung.

 

 

Zerstörung

Der größte Teil der früher riesigen Urwälder Südostasiens wurde im Verlauf weniger Jahrzehnte zerstört, so dass heute große zusammenhängende Urwaldflächen nur noch auf Borneo und Neu-Guinea zu finden sind. In den verbliebenen Urwäldern werden nach wie vor große Mengen an Tropenhölzern wie Meranti, Bangkirai, Keruing oder Nyatoh eingeschlagen. Das Holz geht überwiegend in den Export und wird bei uns und in anderen Industrieländern zu Fenstern, Möbeln und Bauholz verarbeitet.

Protest gegen Verwendung von Urwaldholz bei Bundestags- verwaltung, Berlin Protest gegen Einbau illegal geschlagenen Merantiholzes in der Bundestagsverwaltung

Auch bei der öffentlichen Beschaffung wird leider nur selten nach der Herkunft des Holzes gefragt, wie der im Herbst 2005 von Greenpeace aufgedeckte Fall der Berliner Bundestagsverwaltung zeigt. Dort wurden Fenster eingebaut, deren Merantiholz aus illegalen indonesischen Quellen stammt. Statt mit einheimischen Hölzern aus ökologischem Waldbau die eigene Wirtschaft zu stärken, wurde auf billigstes Holz zurückgegriffen. Billig ist meistens gleichzusetzen mit illegal.

 

 

Palmöl

Palmöl Plantage mit Palmölfabrik, Sumatra Palmöl Plantage mit Palmölfabrik, Sumatra

Eine weitere Ursache für die Zerstörung der Urwälder ist der weltweite Palmöl-Boom. Palmöl wird in der Lebensmittelindustrie oft als pflanzliches Fett oder Öl verwendet, findet als Zusatzstoff Anwendung bei Kosmetikprodukten und dient zunehmend als Ersatz für fossile Brennstoffe.

Derzeit werden alleine in Indonesien täglich 51 Quadratkilometer Urwald vernichtet. Dadurch setzt das Land jedes Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid frei — mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Dies macht Indonesien, nach China und den USA, zum weltweit drittgrößten Erzeuger von Treibhausgasen. Ein erheblicher Teil der Kohlendioxidemissionen beruht auf der Rodung und Entwässerung der Torfwälder. Der in den Torfschichten gespeicherte Kohlenstoff wird — auch wenn keine Brandrodung betrieben wird — nach der Entwässerung durch Zersetzungsvorgänge in Kohlendioxid umgewandelt und frei gesetzt.

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Greenpeace fordert deshalb

Wie kann jeder zum Schutz der Regenwälder Südostasiens beitragen?

Verzichten sie auf Gartenmöbel aus Urwaldholz (Teak & Bangkirai, Yellow Balau, Shorea, Keruing, Nyatoh)

Bei Lebensmitteln und Kosmetikprodukten, die pflanzliches Öl oder Fett enthalten, ist meistens nicht deklariert, ob es sich dabei um Palmöl handelt. Fragen Sie deshalb bei den Herstellern nach.

Protestieren Sie gegen die Verwendung von Palmöl als Brennstoff, wo immer Sie davon erfahren. Der Einsatz von Palmöl statt fossiler Brennstoffe trägt nicht zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen bei. Im Gegenteil, durch die Zerstörung des Regenwalds — insbesondere der Torfwälder — für Palmölplantagen wird ein Vielfaches an Treibhausgasen frei gesetzt.

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