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Was sind die besonderen Spessart Oberholzrechte?


Was passiert in einem Nationalpark mit den Oberholzrechten?
Im Forstbetrieb Rothenbuch werden jährlich nur 10 – 30 Hiebe von insgesamt 80 - 100 Einschlagsgebieten für die Rechtler freigegeben. Schon jetzt wird in der Praxis Pragmatismus geübt: Um in manchen Gebieten das Naturzschutzziel (z.B.: Totholzanreicherung) zu erreichen verzichten Rechtler auf bestimmte Flächen, dafür lassen die Forstleute auf anderen Flächen auch mal stärkeres Holz übrig, als es ihre Pflicht ist. Wieviel der Rechtler auch heute noch das Recht ausüben ist nicht bekannt. Für Rothenbuch spricht man von 5 bis 30 aktiven Rechtlern (Quelle: EchoMain12.12.2016)

Wie man mit den Rechten umgeht, ob sie abgegolten werden wie die Streu- und Weiderechte in den Jahren 1963/1964, Ersatzflächen (z.B. im umliegenden Staatswald oder in der Nationalpark-Entwicklungs- und Pflegezone, wie im Nationalpark Hunsrück) bereitgestellt werden, attraktiveres stärkeres Holz in anderen Flächen angeboten wird oder andere Kompromisse gefunden werden können muss vor Ort mit den betroffenen Bürgern diskutiert werden. Vermutlich wird es da nicht nur eine pauschale Lösung geben können, sondern muss sehr individuell vorgegangen werden.
Die speziellen Oberholzrechte (bis 4,40 cm Durchmesser) spielen bei der Brennholzversorgung der Bevölkerung eine eher untergeordnete Rolle, denn die meisten Rechtler verwenden in Ihren Kaminen gerne auch dickere Holzscheite. Aber hier geht es um verbriefte Rechte und aus dem Grund um ein wichtiges Thema bei Schutzgebietsausweisungen. Hier ist ein Konzept mit den betroffenen auszuarbeiten. Vorstellbar ist dass hier Vergünstigungen bei der grundsätzlichen Brennholzbeschaffung (auch oberhalb der 4,40 cm) für die Rechtler im angrenzenden Staatswald geschaffen werden. Mit einem Nationalpark ist ja nur eine kleine Fläche von 10.000 ha betroffen, und auch hier ist nur eine Kernzone von Anfangs 5.000 ha bis innerhalb von 30 Jahren 7.500 ha nutzungsfrei auszuweisen. In der Managementzone wären Rechtlernutzungen vorstellbar.

In den jüngsten deutschen Nationalparken Hunsrück und Schwarzwald werden auf Basis von Gutachten regionale Brennholzkonzepte erfolgreich umgesetzt.