Kaufhof-Märkte verkaufen Gift und Gentechnik

Greenpeace macht Metro-Tochter für schlechte Lebensmittel verantwortlich

Protest gegen Gentechnik und Pestizide vor dem Kaufhof am Stachus in München

München, 30.08.2003 - Gegen Gift und Gentechnik im Essen protestieren heute 10 Aktivisten der Greenpeace-Gruppe München vor einem Kaufhof in der Rosenstraße. Auf einem Banner steht: "Stoppt Gift und Gentechnik im Essen". Der Grund für die Aktion: Der Kaufhof-Mutterkonzern Metro weigert sich seit Monaten zu garantieren, dass die für Kaufhof, Real, Extra und Metro produzierten Lebensmittel keine Gentechnik enthalten. Zudem finden sich immer wieder hohe Pestizidkonzentrationen in Obst und Gemüse der Konzern-Filialen.

"Verbraucher wollen gentechnikfreie Lebensmittel ohne Pestizidrückstände. Solange Kaufhof das nicht garantiert ist klar: Lebensmittel von Kaufhof kommen nicht mehr in die Tüte", so Jasmin Szczepanski, Sprecher der Greenpeace-Gruppe München. Bei einer Umfrage des EinkaufsNetzes, der Greenpeace-Verbraucherorganisation, unter mehr als 170 Unternehmen der Lebensmittelbranche wollte der Metro-Konzern nicht gewährleisten, dass seine Eigenmarken frei von Gentechnik sind. Damit gehört die Metro-Tochter Kaufhof zu den wenigen Supermärkten, die Gentechnik in ihren Produkten nicht ausschließen können. Nach Protesten des EinkaufsNetzes hatte z.B. die Firma Kattus vor wenigen Tagen zugesichert, künftig auf Gentechnik im Essen zu verzichten.

Protest gegen Gentechnik und Pestizide vor dem Kaufhof am Stachus in München

"Gegeizt wird beim Kaufhof offenbar vor allem an der Lebensmittelqualität. Der Handel verkauft belastetes Obst und Gemüse und drückt sich vor der Verantwortung", so Jasmin Szczepanski. In den vergangenen zwei Monaten haben Aktivisten des EinkaufsNetzes in elf Kaufhof-Märkten (oder 23 Märkten der Metro-Gruppe) mit Pestiziden verseuchte Waren entdeckt. Untersucht wurden Paprika, Trauben, Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Rund drei Viertel der Proben enthielten Pestizidrückstände. Zum Teil wurden in einer Probe bis zu acht verschiedene Spritzmittelreste gefunden. In einigen Fällen lagen die Rückstände sogar oberhalb bzw. auf Höhe der gesetzlichen Grenzwerte.

"Gegeizt wird bei der Metro-Gruppe offenbar vor allem bei der Lebensmittelqualität. Dabei trägt der Handel die Verantwortung für verseuchten Produkte," so Eckehard Niemann, Greenpeace-Landwirtschaftsexperte."Das Verbraucherministerium brandmarkt nur das massive Überschreiten der Pestizid-Grenzwerte. Der eigentliche Skandal ist aber, dass es überhaupt Pestizide Giftrückstände im Essen gibt", sagt Jasmin Szczepanski. "Die Handelsketten müssen endlich für sichere und gute Lebensmittel sorgen, die von einer naturnahen Landwirtschaft zu fairen Preisen produziert werden."