Presseerklärung vom 6. Dezember 2008

"Deutsche Autos sind zu dick!"

Aktionstag der Greenpeace Jugend: Jugendliche fordern von Politik und Wirtschaft eine zukunftsfähige Verkehrspolitik

München, 6. Dezember 2008 — Anlässlich des Weltklimatages demonstrieren heute Greenpeace Jugendliche in 15 Städten für eine verantwortungsvolle, nachhaltige Verkehrspolitik in Deutschland. In München führen etwa 10 Jugendliche ab 14 Uhr eine Fotoaktion am Odeonsplatz durch, bei der sich Menschen mit einer Sprechblase fotografieren lassen können. Auf den Sprechblasen steht beispielsweise geschrieben: "Autospeck muss weg" oder die direkte Aufforderung an den Vorstandvorsitzenden der Daimler AG "Kriegen Sie die Kurve, Herr Zetsche". Die Passanten können aber auch ihre eigene Botschaft in eine leere Sprechblase schreiben. Damit gibt die Greenpeace Jugend Bürgern, vor allem Jugendlichen, die Möglichkeit, sich für eine klimafreundliche Mobilität einzusetzen. Alle Fotos werden auf die Homepage der Greenpeace Jugend (www.greenpeace-jugend.de) hochgeladen.

Mit dieser Aktion fordern die Greenpeace Jugendlichen Politik und Wirtschaft dazu auf, mehr leichtere, spritsparende Autos zu bauen und somit mehr für den Klimaschutz und den Standort Deutschland zu tun. Der Informationsstand ist durch ein Transparent mit der Aufschrift "Deutsche Autos sind zu dick!" gut zu erkennen. Zwei Pappautos, die an einem großen Thermometer vorbei"fahren", das dabei ansteigt, verdeutlichen die Schädigung des Klimas durch den Autoverkehr.

"Unsere Zukunft liegt doch nicht in immer dicker werdenden Autos, sondern in einer intakten Umwelt", sagt Karl Krähmer, 17 Jahre. Außerdem gibt es zum Auto viele Alternativen, wie etwa öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad fahren oder zu Fuß zu gehen. Ich würde mir wünschen, dass die Politik mehr Geld in den Klimaschutz steckt und beispielsweise in öffentliche Verkehrsmittel investiert.", so Krähmer weiter. "Statt in der gegenwärtigen Finanzkrise den Autokonzernen zu helfen, sollte diese Krise lieber genutzt werden, um in Zukunftsbranchen wie die der erneuerbaren Energien zu investieren und damit nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch unsere Lebensgrundlagen zu schützen. Ökologie und Ökonomie widersprechen sich nicht!"

Die Anzeichen des Klimawandels haben uns bereits erreicht: Stürme, Dürren, Überschwemmungen. Je mehr sich die Erde aufheizt, desto häufiger wird es auch zu Wetterextremen kommen. Hauptverantwortlich ist das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle oder Benzin entsteht. 20% des Kohlendioxidausstoßes in Europa gehen auf den Verkehr zurück, für 12% ist allein der PKW-Verkehr verantwortlich. Fahren heute geschätzte 600 Millionen Autos weltweit, könnten es im Jahr 2030 schon drei Milliarden sein. Auch in Deutschland wächst die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge kontinuierlich. 46 Millionen sind es heute, im Jahr 2020 sollen es 55 Millionen sein.