|
Liebe Umweltinteressierte, vor ein paar Tagen hatten wir sie per Mail auf die Termine im Rahmen der Verhandlung von Einsprüchen von Greenpeace und Misereor gegen das DuPont-Mais-Patent hingewiesen. Jetzt können wir ihnen die erfreuliche Mitteilung machen: Greenpeace und Misereor konnten gestern am Europäischen Patentamt (EPA) einen außergewöhnlichen Sieg erringen: Das EPA hat das umstrittene Patent auf besonders ölhaltigen Mais des US-Konzerns DuPont komplett widerrufen. Der US-amerikanische Gentech-Gigant DuPont ist mit seinem weitreichenden Patentantrag auf Öl-Mais vor dem Europäischen Patentamt gescheitert. Greenpeace und das Bischöfliche Hilfswerk haben die Verhandlungen in München mit Protestveranstaltungen begleitet: Vier Stelzenmänner, verkleidet als Manager der vier weltgrößten Agrar-Gentechkonzerne DuPont, Monsanto, Bayer und Syngenta hefteten Patentclips auf landwirtschaftliche Produkte, die sich über eine drei Meter großen Weltkugel verteilen. Etwa 70 Aktivisten forderten auf Schildern in sieben Sprachen "Stoppt Biopiraterie" und versuchten, symbolisch die Erde mit ihrer agrarische Vielfalt vor dem Zugriff der Agrarkonzerne zu retten. In München wollte DuPont sich umfassenden Patentschutz für natürlich vorkommenden Mais mit besonders hohem Ölgehalt sichern lassen. Der Konzern hatte beantragt, dass sich der Rechtsschutz auf alle Maissorten erstrecken sollte, die einen ähnliche hohen Ölgehalt vorweisen. Zudem sollten nicht nur die Maispflanzen selbst, sondern auch die gesamte daraus resultierende Produktkette wie Speiseöl, Tierfutter, aber auch die industrielle Verwendung und Verarbeitung des Mais unter Rechtsschutz gestellt wird. Das hätte massive Auswirkungen für die Bauern in Latein- und Südamerika gehabt, die ähnlich ölhaltigen Mais anbauen. Sie hätten sich plötzlich bei ihrer Alltagsarbeit mit dem Patentrecht der Firma DuPont konfrontiert gesehen. Des weiteren ist in einer DPA-Meldung, die auf einem Interview mit dem Patent-Kampagnen-Leiter von Greenpeace Deutschland basiert, nachzulesen: Das Öl-Mais-Patent sei aber kein Einzelfall. Vom EPA seien bereits rund 300 Patente auf Saatgut erteilt worden. «Einige Tausend sind zudem beantragt.» Ähnlich wie im Fall DuPont handele es sich bei vielen dieser Patente um keine neue Erfindung. «Oft werden Pflanzen mit besonderen Eigenschaften einfach nur beschrieben», sagte Then. In anderen Fällen würden Gene, die von Natur aus in einer Pflanze enthalten sind, patentiert. Auch hier liege keine erfinderische Leistung des Patentinhabers vor. «Patente müssen auf technische Verfahren beschränkt werden», sagte Then. «Alles andere ist unverhältnismäßig.» Die Bundesregierung müsse daher schnellstmöglich die Vergabe von Patenten auf Pflanzen und Gene in Deutschland gesetzlich verbieten lassen." Mit freundlichen Grüßen Greenpeace Gruppe München
Ihre abonnierten Newsletter: |