Liebe Umweltinteressierte, am letzten Montag veröffentlichte die Greenpeace-Verbraucherorganisation EinkaufsNetz ihren neuen Einkaufsratgeber "Pestzide aus dem Supermarkt". Basis für diesen Ratgeber bilden 658 vom Greenpeace EinkaufsNetz bei den großen Supermarktketten gekaufte Obst- und Gemüse-Proben aus konventionellem Anbau. Der Ratgeber kann heruntergeladen oder auch in Papierversion bestellt werden unter www.einkaufsnetz.org. Das verheerende Ergebnis der Untersuchungen: Im Schnitt sind etwa 25% der Obst- und Gemüseproben wegen ihrer Pestizidbelastung "nicht empfehlenswert", bei 15% wurden dabei sogar die gesetzlichen Höchstmengen überschritten. Besonders schlecht schnitten Lidl und die zur Metro-Gruppe gehörenden Real-Märkte ab. Wirklich empfohlen werden kann derzeit nur Bio-Ware. Am Donnerstag protestiere Greenpeace deshalb vor den Konzernzentralen von Lidl und Metro für weniger Pestizide in Obst und Gemüse. Die Details zu diesen Aktionen können Sie finden unter http://de.einkaufsnetz.org/ratgeber/20647.html?PHPSESSID=ae8e414f33b434067305d1d53cd81700 Dort können Sie auch selbst über Protest-E-Mails für weniger pestizidbelastetes Obst und Gemüse aktiv werden. Am gestrigen Samstag wurden bei bundesweiten Protestaktionen von Greenpeace Gruppen in 34 Städten vor insgesamt mehr als 120 Lidl- und Real-Märkten die Kunden direkt über die Pestizidproblematik informiert und der neue Einkaufsratgeber verteilt. Auch die Greenpeace Gruppe München war mit dabei. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter www.greenpeace-muenchen.de Weiter unten in dieser Mail finden Sie unsere aktuelle Presseerklärung. Mit freundlichen Grüßen Ihre Greenpeace Gruppe München -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Presseerklärung vom 3. Dezember 2005 Pestizid-Preis für Filialen von Lidl und real Greenpeace-Protestaktionen vor 120 Supermärkten in 34 Städten München, 3. 12. 2005 – Aus Protest gegen Pestizide im Essen überreicht die Greenpeace Gruppe München heute dem Lidl-Markt in der Brunhamstraße 18 einen Pestizid-Preis. Lidl und real schnitten bei dem am 28. November vom Greenpeace-EinkaufsNetz veröffentlichten Supermarkt-Ranking am schlechtesten ab. Greenpeace hat bundesweit in 26 Fällen Anzeige gegen Lidl und in elf Fällen Anzeige gegen Metro erstattet. Bundesweit prangern heute Aktivisten bei mehr als 120 Supermärkten von Lidl und real (Metro) in 35 Städten den Verkauf von stark mit giftigen Pestiziden belastetem Obst und Gemüse an. „Bei Lidl und real gibt's das meiste Gift fürs Geld“, sagt Klaus Müller von der Greenpeace-Gruppe München. „Wir verlangen von den Supermarktketten eine Sofort-Garantie, dass sie die gesetzlichen Grenzwerte zu 100 Prozent einhalten und in Zukunft möglichst ganz pestizidfreies Obst und Gemüse anbieten. Bisher können wir nur Bio-Ware wirklich empfehlen. Denn nur der Bio-Anbau verzichtet generell auf chemische Spritzmittel.“ Den Lidl-Markt in der Brunhamstraße hat Greenpeace angezeigt, weil bei italienischen Trauben Extrembelastungen vorlagen, die für Kleinkinder akut gesundheitsgefährdend sind. Zudem waren die gesetzlichen Höchstmengen bei Paprika, Gurken und Tomaten aus Spanien und bei italienischen Pfirsichen überschritten. Die Greenpeace-Aktivisten informieren vor Ort die Supermarkt-Kunden und verteilen den neuen Greenpeace-Ratgeber "Pestizide aus dem Supermarkt". Dieser ist das Ergebnis eines Großtests des Greenpeace-EinkaufsNetzes, bei dem im September in Deutschland, Österreich und der Schweiz 658 Proben gekauft und im Labor auf 300 Pestizid-Rückstände getestet wurden. In die Kategorie Rot - das heißt „nicht empfehlenswert“ - fielen in Deitschland insgesamt bei Lidl 32 Prozent, bei real 30 Prozent des untersuchten Obstes und Gemüses. Bei 21 Prozent der getesteten Lidl-Ware und bei 19 Prozent der getesteten real-Ware wurden sogar die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten. Pestizidbelastete Lebensmittel können Hormonhaushalt und Immunsystem beeinträchtigen, Krebs auslösen oder das Nervensystem schädigen. Klaus Müller: „Die Verbraucher haben mit unserem Ratgeber jetzt eine Übersicht, wo sie möglichst giftarme Lebensmittel bekommen.“ Keiner der getesteten Supermärkte konnte mit seinem Obst- und Gemüseangebot wirklich befriedigen. Die Unterschiede zwischen den Ketten sind jedoch beachtlich. Im Vergleich am besten schnitten der Discounter Aldi und der österreichische Marktführer Billa ab. Im Mittelfeld lagen die Vollsortimenter Edeka/Spar, Tengelmann, Rewe und der Regionalanbieter tegut. Schlusslichter bildeten Lidl und real.
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