Presseerklärung vom 23. Mai 2002
Energie-Lobby will Strom-Kennzeichnung verhindern!
Greenpeace fordert den Import-Stop von Atomstrom
München, den 25.05.2002 - von 11.00 bis 15.00 Uhr informiert die Münchener Greenpeace-Gruppe in der Theatinerstrasse/ Ecke Schrammerstrasse über den zu befürchtenden Import von Atomstrom.
"Als Verbraucher haben Sie ein Recht auf Information! Fragen Sie Ihren Stromversorger, woher Ihre Energie kommt", sagt Walter Fuchs, der Energie-Experte der Greenpeace-Gruppe München. In der Montur von Energie-Lobbyisten (mit Helm und Laborkittel) veranschaulichen die Greenpeacer die Problematik mittels Infotafeln, großen Displays und Infomaterials. Sie fordern die Passanten auf, mit einer Protest-Postkarte – an Bundeskanzler Gerhard Schröder, sowie Wirtschaftsminister Werner Müller – für die Stromkennzeichnung einzutreten und damit ihr Verbraucherrecht auf Information zu reklamieren.
E.on hat sich bereits an Energieversorgern in Russland und Litauen beteiligt, die Atomreaktoren des "Tschernobyl"-Typs RBMK betreiben. Noch fehlt eine leistungsfähige Hochspannungsleitung nach Westeuropa, Pläne liegen jedoch schon vor. Demnach ist es nur eine Frage der Zeit, wann Strom aus den besonders gefährlichen osteuropäischen Reaktoren auch München erreichen wird.
Greenpeace fordert die EU-weite Stromkennzeichnung, damit der Verbraucher auf seiner Stromrechnung darüber informiert wird, wo sein Strom eingekauft wurde. Über eine europaweite Regelung wird am 20./21. Juni beim Ministertreffen in Sevilla verhandelt. Europaparlamentarier und Wirtschaftsminister Müller treten für die Kennzeichnung ein. Trotzdem besteht die Gefahr, dass sich die Profitinteressen durchsetzen und die Herkunft des Stroms verschleiert wird. Die Energiekonzerne behaupten, eine Stromkennzeichnung wäre undurchführbar, obwohl sie in Österreich und in Kalifornien bereits Realität ist.




