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Presseerklärung vom 15. November 2000

McDonald´s will keine Gentechnik mehr servieren

Greenpeace-Erfolg nach vier Monaten Kampagne gegen genmanipuliertes Tierfutter

München, 15.11.2000 – McDonald´s wird ab April 2001 kein genmanipuliertes Tierfutter mehr an Geflügel verfüttern lassen. Dies teilte die deutsche Zentrale der Imbiss-Kette gestern Abend in einem Schreiben an Greenpeace mit. Mit dieser Entscheidung reagiert McDonald’s auf die Anti-Gentechnik-Kampagne von Greenpeace, die im Juli begann. Die Firma will dafür sorgen, dass auch alle anderen eingesetzten Futtermittel keine gentechnisch veränderten Bestandteile mehr enthalten.

Die Greenpeace Gruppe München wird aus diesem Anlass am Abend des 15. November am Karlsplatz/Stachus von 18.00 Uhr bis 20.30 Uhr ihren Beitrag in der Tierfutter-Kampagne bei McDonalds darstellen und auf ihr noch laufendes Internet-Gewinnspiel gegen Gentechnik im Tierfutter aufmerksam machen.

Dazu werden im Rahmen einer Großbild-Dia-Show Bilder auf eine 3 x 3 Meter große Leinwand projiziert. Sie zeigen unter anderem einige der Klebeaktivitäten der Greenpeace Gruppe München, die am 9. September gestartet wurden. Mit riesigen Plakaten und Klebefolien mit dem Hinweis "Achtung Genmanipuliert" wurde McDonalds insgesamt über 100 mal aufgefordert, ausschließlich nicht genmanipuliertes Tierfutter zu verwenden.

Zu einigen dieser Klebeaktivitäten sind auf den Internet-Seiten der Greenpeace Gruppe München unter www.greenpeace-muenchen.de Fotos zu finden, die mit einem Gewinnspiel verbunden sind. Bei diesem Spiel soll das Beste Bild gewählt werden. Jeder Mitmacher nimmt an einer Verlosung teil, die nach dem Einlenken von McDonalds nun bereits am 1. Dezember 2000 durchgeführt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt kann sich jeder noch an dem Internet-Gewinnspiel beteiligen.

„Es ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und ein Erfolg unserer Kampagne“, freut sich Klaus Müller, Gentechnik-Experte der Greenpeace Gruppe München. „Auch bei McDonalds ist nun angekommen, dass die Mehrheit der Menschen keine Gentechnik im Essen will, auch nicht, wenn sie über den Umweg des Tierfutters in Milch, Ei oder Fleisch auf den Tisch kommt.“

Im Juli hatte Greenpeace nachgewiesen, dass McDonald´s genmanipulierte Soja an Hühnchen verfüttert, die dann als Chicken McNuggets und McChicken Burger verkauft werden. Daraufhin protestierten in über 50 Städten lokale Greenpeace-Gruppen unter dem Motto „Los Genos – Gentechnik-Wochen bei McDonald`s“ vor den Imbiss-Filialen.

Der Konkurrent Burger King hatte bereits im September erklärt, ab nächstem Jahr ausschließlich Geflügelprodukte anzubieten, die ohne genmanipulierte Futtermittel erzeugt wurden. Auch Deutschlands größte Hähnchenmäster garantieren, Soja ohne Gentechnik zu verwenden. Hingegen weigert sich der Lebensmittelhersteller Nestlé nach wie vor, ähnliche Garantien zu geben.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Erbgut von Futterpflanzen auch in Organe und Fleisch der Tiere gelangt. Dies wurde kürzlich bei Hühnern nachgewiesen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auch für genmanipuliertes Erbgut gilt.