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Presseerklärung vom 24. Februar 2007

Pestizid-Preise für Filialen von Rewe, Edeka und Tengelmann

Greenpeace-Protestaktionen vor Supermärkten in 47 Städten

München, 24. 02. 2007 - Aus Protest gegen stark mit Pestiziden belastetem Obst und Gemüse überreicht die Greenpeace-Gruppe München heute der Leitung des Tengelmann-Marktes in der Landsberger Straße 390, des Edeka/Neukauf-Marktes in der Bodenseestraße 253 und des Rewe-Marktes in der Alfred-Arndt-Straße 1 einen Pestizid-Preis. Die Greenpeace-Aktivisten informieren vor Ort die Kunden der Supermärkte und verteilen den neuen Greenpeace-Ratgeber "Essen ohne Pestizide". Rewe, Tengelmann und Edeka haben im neuen Supermarkt-Vergleich von Greenpeace am schlechtesten abgeschnitten. In 10 bis 20 Prozent der Ware dieser Konzerne wurden die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten. Greenpeace-Aktivisten prangern heute in 47 Städten vor Supermärkten den Verkauf dieses nicht verkehrsfähigen Obstes und Gemüses an.

"Bei Rewe, Tengelmann und Edeka gibt's das meiste Gift fürs Geld", sagt Klaus Müller von der Greenpeace-Gruppe München. "Wir verlangen von den Supermarktketten eine Garantie, dass sie die gesetzlichen Grenzwerte einhalten und möglichst pestizidfreies Obst und Gemüse anbieten. Die staatliche Lebensmittelüberwachung muss dies wirksam kontrollieren. Bisher können wir nur Bio-Ware empfehlen. Nur der Bio-Anbau verzichtet auf chemische Spritzmittel."

Den Rewe-Markt in der Alfred-Arndt-Straße hat Greenpeace angezeigt, da die gesetzlichen Höchstmengen bei Trauben aus Griechenland und aus der Türkei überschritten waren. Gegen den Edeka/Neukauf-Markt in der Bodenseestraße erstattete Greenpeace Anzeige, weil in brasilianischer Papaya, in griechischen Trauben und in spanischen Paprika die gesetzlichen Höchstmengen überschritten waren. Das bei den Paprika eingesetzte Pestizid ist zudem in Europa nicht zugelassen. Der Tengelmann-Markt in der Landsberger Straße wurde angezeigt, da die gesetzlichen Höchstmengen bei Tomaten und Paprika aus Spanien überschritten waren. Auch hier wurde in einer Paprika-Probe ein nicht zugelassenes Pestizid gefunden.

Der Supermarkt-Vergleich ist das Ergebnis eines Großtests von Greenpeace: Von Oktober bis November 2006 kauften die Umweltschützer in Deutschland und Österreich 576 Proben Obst und Gemüse, die anschließend im Labor auf 250 besonders giftige und häufig vorkommende Pestizide untersucht wurden. "Die Verbraucher erfahren durch unseren kostenlosen Ratgeber, wie sie möglichst giftfreie Lebensmittel einkaufen können", erklärt Klaus Müller.

Zwar ist kein Angebot der getesteten Supermarktketten befriedigend. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind jedoch beachtlich: Am besten schnitten die Discounter Lidl und Aldi ab. Im Mittelfeld lagen real/Kaufhof und Billa in Österreich. Schlusslichter sind Rewe, Tengelmann und Edeka. Die neue Untersuchung belegt, dass die Handelsketten sehr schnell auf bessere Ware umstellen kön-nen, wenn sie dies wollen: Lidl und Aldi haben nach dem ersten Greenpeace-Test im Jahr 2005 viel unternommen, um die Belastung mit Pestiziden zu verringern und hängen jetzt die Konkurrenz ab.

In die Kategorie Rot - das heißt "nicht empfehlenswert" - fielen in Deutschland bei Rewe 30 Prozent, bei Tengelmann 34 Prozent und bei Edeka 26 Prozent des untersuchten Obstes und Gemüses. Pestizidbelastete Lebensmittel können Hormonhaushalt und Immunsystem beeinträchtigen, Krebs auslösen oder das Nervensystem schädigen.