Presseerklärung vom 26. Februar 2000
Hunderte von kleinen Händen für den Schutz der Wale
"Kids for Whales"-Mitmachaktion in über 50 deutschen Städten
Hamburg, 26. 2. 2000 - Die bunt geschminkten Kinder stehen Schulter an Schulter, jubeln und brüllen und recken ihre Protestschilder in die Höhe: hinter ihnen ein 13 Meter langer aufblasbarer Wal, vor ihnen fünf Erwachsene mit nachgebauten Harpunen. Mit dieser Szene demonstrieren die Greenteams, die Greenpeace-Kindergruppen heute vor der Hauptwache in Frankfurt am Main gegen die illegale Waljagd Japans und Norwegens. Im Laufe des Tages werden sie vor die japanische Botschaft ziehen und dort symbolisch einen "getöteten Wal" ablegen.
In über 50 deutschen Städten sind an diesem Samstag Hunderte von Jungen und Mädchen des internationalen "Kids for Whales"-Projekts ("Kinder für Wale") auf den Straßen, um Unterstützung für den Schutz der großen Meeressäuger zu sammeln. Sie malen Transparente, sie bieten Passanten "Walfleisch" an – mit rotem Pflanzensaft gefärbte Tofu-Stückchen. Sie ziehen von Walgesängen begleitet durch die Fußgängerzonen und verteilen Protestpostkarten. Auf diesen Karten können Kinder und Erwachsene ihren Handabdruck hinterlassen unter dem Motto "Hände weg von den Walen!". In Deutschland nehmen über 100.000 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren am "Kids for Whales"- Projekt teil.
"Dieses Jahr ist für den Schutz der Wale ganz wichtig", sagt Michael Tremmel (12 Jahre) aus Frankfurt. "Walfang und der Handel mit Walprodukten müssen verboten bleiben." Doch die Zeichen stehen nicht gut. Im April tagt in Nairobi das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (WA oder engl.: CITES). Dort werden Japan und Norwegen versuchen, einige Walarten von der Liste der bedrohten Tiere, dem sogenannten Anhang 1, herunterzunehmen. Das wäre der erste Schritt auf dem Weg zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Der ist durch ein weltweites Moratorium der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) seit 1986 gestoppt.
"Wenn die IWC Anfang Juli in Australien tagt, sind die Greenteams dabei", erklärt Hannah Rathfelder (13 Jahre), "wir machen Druck, damit das Verbot bleibt". Die Mitmachaktion läuft in vielen Ländern der Erde, von Russland über Australien bis hin zur Schweiz. Der Höhepunkt wird der Auftritt der Kinder auf der Tagung der IWC in Adelaide sein, wo sie die gesammelten Postkarten präsentieren wollen. "Der Kinderprotest ist für uns eine tolle Unterstützung, Norwegen und Japan bei ihrem illegalen Walfang zu stoppen und den Schutz der Wale voran zu bringen", sagt Dr. Ralf Sonntag, Greenpeace-Wale-Experte.




