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Presseerklärung vom 28. Juni 2002

Sie strahlen ja so...

Waren Sie im Urlaub in La Hague ?

Die Greenpeace Jugendgruppe München wird am Samstag, den 29.06.2002 von 11.30 Uhr bis ca. 15.30 Uhr mit einer Aktion gegen die radioaktive Verseuchung von Mensch und Natur durch die Wiederaufarbeitung von Atommüll protestieren. Diese Aktion ist Teil eines bundesweiten Aktionstages der Greenpeace? Jugendgruppen, so werden außer in München auch in Hamburg, Essen und Karlsruhe Aktionen stattfinden.

Dazu werden die Jugendlichen mit einem "Castor" und lauten Sirenen Atomalarm am Sendlinger Tor in München ausrufen. Dabei werden einige "Strahlentote" umfallen und regungslos liegenbleiben - dadurch soll auf die Gefahren der Atomenergienutzung aufmerksam gemacht werden. Wenn der "Castor" weiter fährt, wird sich eine Demonstration hinter ihm formieren (gegen ca. 12 Uhr). Diese wird bis zu einem Büro des Energiekonzerns E.on in der Nymphenburgerstraße gehen. Dort wird sich eine Menschenkette bilden und zusammen mit der restlichen Demonstration lautstark gegen die Energiepolitik des E.on-Konzerns demonstrieren.

Aus der WAA in La Hague werden pro Tag 1,5 Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in den Ärmelkanal geleitet. Sellafield pumpt täglich 9 Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Die Blutkrebsrate bei Kindern liegt im Umkreis von La Hague dreimal und in der Umgebung von Sellafield zehnmal so hoch wie im Landesdurchschnitt . Unteranderem aus diesen Gründen erledigen die Deutschen das schmutzige Geschäft der Wiederaufarbeitung nicht selbst.

"Es ist ein Skandal, dass ein Großteil des deutschen Atommülls in schmutzige WAA-Anlagen im Ausland - die so in Deutschland niemals genehmigt würden - geschickt wird! Auf Kosten der dortigen Bevölkerung." So Stephan Pilsl (17) von der Greenpeace Jugendgruppe in München. Die Wiederaufarbeitung verstößt aus Sicht von Greenpeace gegen das Gebot der "schadlosen Verwertung", wie sie das deutsche Atomgesetz fordert.

"Wiederaufarbeitung klingt harmlos. Tatsächlich ist sie eine riskante Technologie, die nur einen Zweck erfüllt: die Atomkraftwerke am Laufen zu halten. WAA`s sind ständige Quellen radioaktiver Emissionen in Luft und durch Abwässer in die Meere. Sie sind damit höchst schädlich für Mensch und Natur. Weil E.on das ignoriert und weiter tonnenweise Atommüll in die WAA?s schickt, ist es unsere menschliche Pflicht, dagegen Stimme zu erheben und zu demonstrieren!" sagt Tibor Luckenbach ebenfalls von der Greenpeace Jugendgruppe München.