Presseerklärung vom 27. Mai 2007
Trauermarsch am Pfingstsonntag in der Münchner Innenstadt
München für den Schutz der Meere und Wale
München, 27.05.2007 - Aktivisten der Jugend-AG (JAG) der Greenpeace-Gruppe München machen heute in einem Trauermarsch auf die Bedrohung der Wale durch den Menschen aufmerksam. Der Trauermarsch, bei dem eine Wal-Attrappe in einem offenen Sarg mit mehreren Kränzen dekoriert und von Protest-Transparenten gegen den Walfang begleitet durch die Straßen getragen wird, beginnt um 14 Uhr am Isartor und führt über die Leopoldstraße zur Münchner Freiheit. Im Anschluss an den Trauermarsch werden Passanten an der Münchner Freiheit über die Gefährdung der Wale durch den Walfang, die Weltfischerei und die schleichende Vergiftung der Meere informiert.
Die Internationale Walfangkommission muss endlich dafür sorgen, dass das Töten der Wale ein Ende findet
, sagt Paul Herrmann, Sprecher der JAG der Greenpeace-Gruppe München. Die Delegierten der Internationalen Walfangkommission (IWC) treffen sich ab dem 28. Mai 2007 in Anchorage/Alaska zu ihrer 59. Vertragsstaatenkonferenz. Dort sollen ihnen Fotos und Videos der weltweit stattfindenden Greenpeace Protestaktionen gegen den Walfang präsentiert werden.
Die Meere sind in der Krise! Sie sind überfischt, verschmutzt, verlärmt und verbaut. Jeden Tag sterben viele Arten unwiederbringlich aus. Die Wale als sanfte Riesen der See und deren Schicksal stehen als Sinnbild für den rücksichtslosen Umgang des Menschen mit dem Meer. Wenn wir schon die Wale nicht retten können, werden auch die Meere sterben
, sagt Paul Hermann. Das Schicksal der Wale liegt nun erneut in den Händen der Internationalen Walfangkommission
, so Hermann weiter.
Auch bei der 59. Vertragsstaatenkonferenz werden wie jedes Jahr, die den Walfang befürwortenden Staaten - allen voran Japan - versuchen, das Fangverbot (Moratorium) aufzuweichen, um eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang vorzubereiten. Trotz des bestehenden Moratoriums sterben jährlich über 2.000 Großwale, die von isländischen, norwegischen und japanischen Walfängern abgeschossen werden. Diese Nationen berufen sich entweder auf Traditionen und haben offiziell Widerspruch gegen das Fangverbot eingelegt, oder sie jagen Wale unter dem Deckmantel der Wissenschaft
.
Die Walschutz-Nationen, zu denen auch Deutschland gehört, sind auch in diesem Jahr aufgefordert, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Die Walschutz-Länder müssen sich für die konsequente Umsetzung des Fangverbotes und den konsequenten Schutz der Wale einsetzen. Denn neben der direkten Jagd gibt es auch andere Gefahren für die Wale, wie etwa die Netze der Weltfischerei, in denen jährlich bis zu 300.000 Wale und Delfine ertrinken. Aber auch die schleichende Vergiftung der Meere, sowie der ständig zunehmende Unterwasserlärm, tragen zur Gefährdung der Wale bei. Die IWC muss deshalb endlich alle 80 Walarten schützen, und nicht nur die 13 Großwal-Arten, deren Schicksal bisher durch die IWC Vertragsstaaten verhandelt wird.
Eigentlich haben nur sehr wenige Staaten ein Interesse am Walfang. Dennoch ist die Stimmenverteilung der Walschutz-Nationen und der den Walfang befürwortenden Staaten in der IWC nahezu ausgeglichen. Dies liegt an der aggressiven Politik des Stimmenkaufs der japanischen Regierung, die seit Jahren die Zahlung von Entwicklungshilfe an arme Länder an einen Beitritt in die IWC und die Unterstützung der Walfanginteressen koppelt. Deshalb sind arme Karibikinseln und auch einige westafrikanische Nationen der IWC beigetreten und geben dort ihre Stimme für den Walfang ab.




