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Presseerklärung vom 24. April 2003

Urwaldschutz in Finnland gefordert

Greenpeace-Protest bei dem finnischen Honorargeneralkonsul Roland Berger gegen die Zerstörung der letzten finnischen Urwälder

München, 24.04.2003 - Die Greenpeace-Gruppe München protestierte heute in dem finnischen Honorargeneralkonsulat in der Arabellastrasse 33 gegen die Zerstörung der letzten finnischen Urwälder. Dem Vertreter (Tristan A. Förster) des Honorarkonsul Professor Roland Berger wurde eine Petition, die auf eine Holzscheibe gebrannt war, übergeben. Vom 28. bis 30. April findet in Wien die "Vierte Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) statt". Auch der finnische Forstminister wird an der Konferenz teilnehmen.

"Wir fordern Herrn Honorarkonsul Professor Roland Berger auf, sich beim finnischen Forstminister dafür einzusetzen, dass der Einschlag der letzten Urwälder Finnlands sofort gestoppt und die verbliebenen Urwälder unter Schutz gestellt werden".

Der staatseigene finnische Forstbetrieb Metsähallitus schlägt in den letzten finnischen Urwäldern Holz ein. Über die Papierhersteller Stora Enso, UPM-Kymene und M-Real, gelangt der Urwald zu Papier verarbeitet auch nach Deutschland. So sind z.B. Briefumschläge der Deutschen Post in Teilen aus diesem Papier hergestellt, auch die deutschen Papiergroßhändler Papier Union, Schneider + Söhne und die Deutsche Papier sind als Abnehmer dieses Papieres an der Urwaldzerstörung beteiligt.

Heute existiert nur noch ein Bruchteil der einstmals großen Urwälder in Finnland. Von den verbliebenen knapp 10.000 Quadratkilometern (das entspricht ungefähr den Waldgebieten Hessens) ist bisher nur die Hälfte geschützt. Die traditionellen Einwohner Nord-Finnlands, die Samen, leben von den Urwäldern. Ohne Urwälder können sie ihre Rentierzucht nicht mehr betreiben. Die Urwälder sind zudem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Über 500 verschiedene Arten sind durch die Abholzung bedroht.

Auf der Ministerkonferenz in Wien muss der Urwaldschutz auf die Tagesordnung kommen. Auch Bundesministerin Renate Künast (Grüne) wird an der Konferenz teilnehmen. Greenpeace erwartet von der Verbraucherministerin, dass sie den Urwaldschutz zum Thema macht. Bislang will sich die Konferenz nicht mit einem wirksamen Schutz befassen, der den Holzeinschlag in den Urwäldern ausschließt.