Presseerklärung vom 12. Juni 2009
Greenpeace veröffentlicht Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik
Greenpeace-Gruppe München informiert in Freising über Gentechnik im Essen
Freising, 13.06.2009 — Am heutigen Samstag informiert die Greenpeace-Gruppe München in der Unteren Hauptstraße ab 10.30 Uhr Verbraucher über Gentechnik in der Lebensmittelproduktion und verteilt den Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik
. Verbraucher können direkt am Infostand gegen Gen-Milch
bei den Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland protestieren, sowie gegen die anstehende Zulassung neuer Gen-Maissorten unterschreiben. Ähnliche Infoveranstaltungen finden in 40 Städten in Deutschland statt.
Insgesamt hat Greenpeace mehr als 350 Unternehmen der Lebensmittelbranche zum Einsatz von gentechnisch verändertem Tierfutter befragt. Mit einem einfachen Bewertungssystem erfährt der Verbraucher, welche Unternehmen und Marken auf gentechnisch veränderte Futterpflanzen verzichten. Zudem stellt Greenpeace eine Auswahl an Lebensmittelherstellern heraus, die besonders hartnäckig am Einsatz von Gen-Soja oder Gen-Mais im Tierfutter festhalten. Hierunter ist auch die Molkerei Weihenstephan, die sich selbstherrlich über die Meinung ihrer Kunden hinwegsetzt und vor kurzem sogar die Annahme von über 4.000 Verbraucherbriefen verweigert hat.
Verbraucher wollen wissen, wie sie die Ausbreitung von Gentechnik aufhalten können
, sagt Klaus Müller, Gentechnikexperte der Greenpeace-Gruppe München. Und ihre Ablehnung zeigt Wirkung! Immer mehr Lebensmittelhersteller vermeiden Gentechnik in ihrer Produktion.
Ein gutes Beispiel bietet die Firma Hipp. Als erster Hersteller setzt sie gentechnikfrei erzeugtes Milchpulver nicht nur in Bio-Lebensmitteln ein, sondern auch in herkömmlichen Produkten. Der Großteil der Geflügelfleisch-Industrie setzt auf eine gentechnikfreie Fütterung, immer mehr Milch wird ohne Gen-Pflanzen in der Tierfütterung hergestellt. Eine große Umstellung steht bei der Molkerei Berchtesgadener Land an: Sie hat angekündigt, bis zum Jahresende ihre gesamte Milchherstellung von jährlich über 200.000 Tonnen auf gentechnikfreie Fütterung umzustellen.
Der Einkaufsratgeber ist insbesondere für Verbraucher hilfreich, weil sie nur so erfahren, welche Unternehmen bei der Herstellung tierischer Lebensmittel wie Milch, Eier und Fleisch Gentechnik vermeiden
, sagt Klaus Müller. Denn es gibt bislang keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht von mit gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellten Produkten
, so Müller weiter. Der Einkaufsratgeber, von dem bereits 2,7 Millionen Exemplare seit Januar 2004 verteilt wurden, listet in der elften Auflage zudem erstmals Produkte auf, die die freiwillige Kennzeichnung Ohne Gentechnik
tragen. So bietet der Lebensmittelhändler Tegut unter seiner Eigenmarke neben Milchprodukten, Eiern und Schweinefleisch nun auch Tiefkühlgeflügel mit dieser Kennzeichnung an.
Deutschland importiert vor allem aus Südamerika Millionen Tonnen Gen-Soja als Futterpflanze für Kühe, Hühner, Rinder und Schweine. Der Anbau von gentechnisch veränderten Futtermitteln hat ebenso schädliche Auswirkungen auf die Umwelt wie der Gen-Mais, der in Deutschland verboten wurde. Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Pestizide können das Trinkwasser verunreinigen und bedrohen die Pflanzenvielfalt.




