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Presseerklärung vom 22. August 2009

Greenpeace-Gruppe München protestiert gegen die weitere Produktion von Atommüll

Aktivisten in rund 30 Städten fordern, AKW schnellstmöglich abzuschalten

München, 22.08.2009 — Die Greenpeace-Gruppe München protestiert heute in der Neuhauser Straße in München gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und fordert einen Atomausstieg bis zum Jahr 2015. Greenpeace-Aktivisten in insgesamt rund 30 Städten fordern Stromkunden auf, sich bei Energieversorgern gegen Atomkraft und für den Ausbau Erneuerbarer Energien einzusetzen. Dazu verteilen die Aktivisten symbolische Atommüllfässchen, die an das ungelöste Problem der Endlagerung des Atommülls erinnern sollen. In jedem Fässchen befinden sich Zettel mit Informationen. Einer davon richtet sich bei der Münchner Protestaktion an den Energieversorger E.on. Er kann von Passanten unterschrieben werden und enthält die Aufforderung, aus der Atomkraft auszusteigen und stattdessen in Erneuerbare Energien zu investieren. Die Fässchen mit den Unterschriften werden zu einem späteren Zeitpunkt an E.on übergeben. Außerdem können sich Passanten, anhand eines in einer Sicherheitsabsperrung aufgestellten Modells eines Brennelementes für Atomkraftwerke, über die Gefährlichkeit der Atomwirtschaft informieren.

Die Stromkonzerne handeln unverantwortlich, wenn sie weiterhin hochradioaktiven Abfall produzieren, für den es weltweit kein Endlager gibt, sagt Walter Fuchs, Atom-Experte der Greenpeace-Gruppe München. Jetzt werden die Weichen für die Energieversorgung der Zukunft gestellt! Entweder man setzt auf gefährliche Atomkraft oder auf Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Wasser. Beides zusammen geht nicht, denn schon jetzt wird die Windenergie durch die vorhandenen Atomkraftwerke behindert., so Fuchs weiter.

In deutschen Atomkraftwerken entsteht jedes Jahr rund 400 Tonnen hochradioaktiver Abfall. Greenpeace fordert von den vier großen Stromkonzernen E.on, EnBW, RWE und Vattenfall, dass sie die sieben ältesten AKW und den Pannenreaktor Krümmel umgehend vom Netz nehmen. Die Stromversorgung ist dadurch nicht gefährdet: Der Anteil dieser AKW an der Stromerzeugung in Deutschland betrug in den vergangenen vier Jahren nur noch 6,9 Prozent.

Ein vollständiger Ausstieg aus der Atomenergie bis 2015 ist möglich. Das beweist die neue Greenpeace-Studie Klimaschutz: Plan B 2050 — Energiekonzept für Deutschland, die Greenpeace am Donnerstag, dem 27. August 2009 vorstellen wird. Die Studie zeigt, wie Deutschland bis zum Jahr 2050 seinen gesamten Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen und damit die erforderlichen Klimaschutzziele erreichen kann. Sie ist ab dem 27. August unter www.greenpeace.de erhältlich.

Schon jetzt kann jeder Stromkunde seinen privaten Atomausstieg vollziehen, indem er zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt. Informationen und Empfehlungen von Anbietern gibt es bei Atomausstieg selber machen, einer Initiative zahlreicher Umwelt- und Verbraucherorganisationen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Dezember 2009 um 11:00 Uhr