Presseerklärung vom 3. Juli 2009
Wieder Gen-Mais-Sorten auf dem Acker?
Greenpeace informiert im Bundestagswahlkreis von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner über die Zulassung für Risiko-Saaten
Bad Tölz, 04.07.2009 — Am heutigen Samstag informiert die Greenpeace-Gruppe München in der Marktstraße in Bad Tölz von 10 Uhr bis 13 Uhr Verbraucher über die anstehende Abstimmung zur EU-weiten Anbauzulassung von zwei neuen Gen-Mais-Sorten sowie über die Wiederzulassung des verbotenen Gen-Maises Mon810. Passanten können direkt am Infostand auf einem großen Protest-Banner gegen deren Zulassung unterschreiben. Außerdem verteilt Greenpeace den aktuellen Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik
. Verbraucher können sich mit Protestbriefen an die Molkereien Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland wenden, die die Verbraucherwünsche nach einer gentechnikfreien Fütterung besonders hartnäckig ignorieren und immer noch Gen-Milch
herstellen.
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner muss gegen die Zulassung neuer Gen-Mais-Sorten stimmen!
, fordert Klaus Müller, Gentechnik-Experte der Greenpeace-Gruppe München. Die Sicherheit dieser Sorten ist wissenschaftlich vollkommen unzureichend untersucht
, so Müller weiter.
Die Saatgut-Hersteller Syngenta und Pioneer/DowAgroSciences drängen mit zwei neuen genmanipulierten Maispflanzen auf den deutschen und europäischen Markt. In den kommenden Monaten wird Frau Aigner mit ihren europäischen Kollegen darüber entscheiden, ob der Anbau dieser beiden neuen Gen-Mais-Sorten (Bt11 und Bt1507) in der EU erlaubt wird. Wie der von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) seit April in Deutschland für den Anbau verbotene Gen-Mais Mon810, produzieren auch die beiden neuen Gen-Mais-Sorten ein Insektengift mit ähnlichen Umweltauswirkungen.
Der in den letzten Jahren auch in Deutschland angebaute Gen-Mais Mon810 des US-Agrarkonzerns Monsanto produziert ein Gift gegen einen bestimmten Fressfeind, den Maiszünsler. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Pflanzengift aber auch zahlreiche weitere Lebewesen wie Schmetterlinge, Marienkäferlarven, Bienen, Regenwürmer, Florfliegenlarven, Trauermückenlarven und weitere Boden- und Wasserorganismen schädigen kann.
Trotz der bekannten Risiken hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dem Gen-Mais Mon810 am Dienstag dieser Woche ein Unbedenklichkeitszeugnis ausgestellt. Ministerin Aigner muss jetzt klar machen, dass Deutschland ernsthafte Bedenken an der Sicherheit dieses Maises hat, und eine Wiederzulassung verhindern
, sagt Müller.
Repräsentative Umfragen belegen seit Jahren, dass die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland Lebensmittel ablehnen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Pflanzen erzeugt wurden. Der Anbau von Gen-Pflanzen gefährdet die gentechnikfreie Landwirtschaft. Auch immer mehr Bauern wollen deshalb keine Gentechnik. In Bayern organisieren sie ihren Widerstand gegen die Agro-Gentechnik in Organisationen wie Zivilcourage
, die auch in Bad Tölz stark vertreten ist. Zudem haben Landwirte aus eigener Initiative im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach bereits seit 2004 eine gentechnikfreie Region etabliert, an der in etwa 2.500 Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von insgesamt mehr als 60.000 Hektar beteiligt sind.




