Presseerklärung vom 18. Mai 2009
Verbraucher fordern Stopp der Gen-Milch-Produktion
Greenpeace übergibt 4.000 Verbraucherbriefe an die Molkerei Weihenstephan
Freising, 18.05.2009 — Aktivisten der Greenpeace-Gruppe München wollen heute morgen um 9.00 Uhr rund 4.000 Briefe besorgter Verbraucher gegen Gen-Milch an die Geschäfstführung der Molkerei Weihenstephan in Freising übergeben. Diese Verbraucherbriefe stehen symbolisch für weitere Tausende Briefe, Postkarten und Emails, die bereits in den letzten Monaten bei der Molkerei eingetroffen sind. Auf die Ankündigung der Übergabe in einem offenen Brief, reagierte der Mutterkonzern der Molkerei Weihenstephan, die Unternehmensgruppe Theo Müller, mit einem Hausverbot für die Greenpeace Aktivisten. Eine Annahme der Briefe wurde abgelehnt. Greenpeace wird nichts unversucht lassen, die Protestbriefe dennoch an die Molkerei zu übergeben.
Mit ihrer Verweigerungshaltung tritt die Molkerei Weihenstephan die Interessen besorgter Verbraucher mit Füßen
, sagt Klaus Müller, Gentechnik-Experte der Greenpeace-Gruppe München. Statt sich in ihrer Molkerei vor den Verbrauchern zu verschanzen, sollte Weihenstephan besser die Wünsche ihrer Kunden ernst nehmen und auf Gen-Futter verzichten
, so Müller weiter. Erst vor kurzem hatte Greenpeace Kuhfutterproben von vier landwirtschaftlichen Betrieben, die ihre Milch an die Molkerei Weihenstephan liefern, analysieren lassen und in drei der Proben gentechnisch verändertes Sojaschrot gefunden.
Seit einigen Monaten informiert Greenpeace im Rahmen der Briefaktion Der Cent macht's — Milch ohne Gentechnik
Verbraucher über den Einsatz gentechnisch veränderten Kuhfutters bei Weihenstephan. Mit ihrer Unterschrift fordern Verbraucher die Molkerei auf, endlich Milchprodukte ohne den Einsatz von Gen-Futter herzustellen und auch als solche zu kennzeichnen. In jedem Brief steckt ein Eincentstück. Das reicht bereits aus, um die Tierfuttermehrkosten für einen Liter Milch ohne Gentechnik zu decken. Die Verbraucher symbolisieren damit ihre Bereitschaft, für echte Qualität auch mehr zu bezahlen.
Die Molkerei Weihenstephan verspielt ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie weiter auf gentechnisch verändertes Tierfutter setzt. Gen-Futter passt weder mit Alpenidylle noch mit regionaler und naturnaher Milchproduktion zusammen
, so Müller. Repräsentative Umfragen belegen, dass die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland Gen-Food ablehnt und sich beim Einkauf an der ohne Gentechnik
Kennzeichnung orientieren würde. Eine Umstellung der Milchproduktion auf ohne Gentechnik
ist möglich. Andere Molkereien wie Campina/Landliebe und Breisgaumilch machen es bereits vor.
Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe und Nebenwirkungen entstehen. Patentierte Gen-Soja vergrößert die Abhängigkeit der Bauern von Agrar-Konzernen. Gen-Soja wird stärker mit Gift gespritzt als herkömmliche Soja. Zudem bedroht der Anbau in Südamerika die letzten Urwälder. Riesige Flächen wurden gerodet, um Platz für die Sojabohne zu schaffen. Molkereien tragen durch die Duldung von Gen-Futter bei Ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in Südamerika bei.




