Presseerklärung vom 31. März 2006
Gentechnik bei Landliebe und Weihenstephan
Verbraucher in München stimmen über Gen-Pflanzen in der Lebensmittelproduktion ab
München, 31. 03. 2006 – Gen-Pflanzen im Milchkuhfutter: Die Greenpeace Gruppe München protestiert heute ab 11.30 Uhr am Richard-Strauss-Brunnen, in der Fußgängerzone zwischen Marienplatz und Stachus gegen das ungelöste Problem von Landliebe- und Weihenstephan-Molkereiprodukten, deren Milch mit Hilfe von genmanipuliertem Soja- oder Mais-Futter hergestellt wird. Erst kürzlich veröffentlichte Greenpeace Analysen, nach denen bei zwei von fünf Landliebe-Milchbauern Gen-Soja im Futtermittel gefunden wurde. Eine Probe enthielt sogar 100 Prozent Gen-Soja. Mit einem über mannshohen Landliebe-Joghurtglas und einer Weihenstephan-Milchflasche weisen die Umweltschützer darauf hin, dass der Einsatz von Gen-Futter mit dem Idyll nicht zusammen passt, das die Marken in ihrer Werbung zeigen. Auf den beiden Attrappen prangt ein großes Warndreieck mit der Aufschrift "Achtung! Gen-Pflanzen im Tierfutter". Die Bevölkerung von München hat die Möglichkeit, bei einer Abstimmung zu Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln mitzumachen und sich an einer Protest-Postkarten-Aktion gegen Landliebe und Weihenstephan zu beteiligen.
"Landliebe- und Weihenstephan-Produkte sind Mogelpackungen. Mit Liebe zum Land oder mit Alpenidylle haben sie nichts zu tun" mahnt Klaus Müller von der Greenpeace-Gruppe, "Wer diese Produkte kauft, entscheidet sich für Gen-Pflanzen im Tierfutter." Der Anbau von Gen-Soja in Südamerika ist mit verantwortlich für die rasante Urwaldzerstörung und den erhöhten Einsatz von giftigen Spritzmitteln. Bei Fütterungsversuchen mit Gen-Mais an Ratten zeigten die Tiere Veränderungen an Organen und Blutbild.
Landliebe ist eine Marke von Campina, einem der führenden Molkereikonzerne in Europa. Die Molkerei Weihenstephan gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH. Greenpeace versucht bereits seit Monaten, beide Unternehmen davon zu überzeugen, den Verbraucherwünschen nachzukommen und Milchprodukte anzubieten, die ohne die Hilfe von Gen-Pflanzen hergestellt werden. Beide Unternehmen weigern sich bislang.
Dass ein kompletter Verzicht auf Gen-Pflanzen im Tierfutter möglich ist, beweisen mehrere Molkereien im In- und Ausland. In Deutschland machen die hessische Upländer Bauernmolkerei und die bayerische Andechser Molkerei vor, wie es geht. In Österreich und in der Schweiz verzichten in Kooperation mit den Großmolkereien NÖM, Kärntnermilch und Emmi bereits über 6000 Landwirte auf den Einsatz von Gen-Pflanzen im Milchviehfutter. Große Molkereien in Deutschland, wie Campina/Landliebe oder Müller Milch beharren jedoch darauf, dass ein Verzicht auf Gen-Pflanzen nicht möglich sei.
Auch ökonomisch betrachtet, ist eine Umstellung unproblematisch. Ein Liter Milch würde sich für den Verbraucher maximal um wenige Cent verteuern. Das sollte Landliebe und Weihenstephan sein naturnahes Image wert sein. Nach Greenpeace Recherchen ist der Landliebe-Joghurt, der Joghurt mit der größten Gewinnspanne auf dem deutschen Markt. Die Landliebe-Milch ist z.T. sogar teurer als Bio-Milch.




