München, 03.03.2010 - Anlässlich der Verhandlung zu den Einsprüchen verschiedener Verbände gegen das bereits 2007 erteilte Patent auf Turbo-Kühe protestieren Greenpeace, Bund Naturschutz, Kein Patent auf Leben, Gen-ethisches Netzwerk, Misereor, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) und weitere Organisationen vor dem Europäischen Patentamt in München. Das Patent erstreckt sich auf das Auswahlverfahren von Kühen mit einer Gen-Variante für höhere Milchleistung. Im Patent wird diese Genvariante als Erfindung beansprucht. Auch Milchkühe, denen die Genvariante per Gentechnik eingebaut wird, sind von dem Patent betroffen. Die gegen das Patent einsprechenden Organisationen befürchten eine zunehmende Abhängigkeit von Landwirten, Züchtern und Verbrauchern.
Ungeachtet der Proteste hat das Europäische Patentamt die Einsprüche zurückgewiesen. Mit der Entscheidung gefährdet das Patentamt die Interessen von Bauern und Verbrauchern. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, der Patentierungswelle umgehend Einhalt zu gebieten. Christoph Then, der Greenpeace in dieser Sache berät, fordert, das Patentrecht umfassend zu reformieren: Wenn Tiere zu technischen Erfindungen erklärt werden, ist grundsätzlich etwas falsch im System.
Greenpeace und die anderen einsprechenden Organisationen werden einen weiteren Einspruch in der nächsten Instanz einlegen.
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